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Gemeinschaft guten Mutes

Lazarusgemeinde und Evangelische Kirchengemeinde Nieder-Ramstadt feiern Wiedervereinigung mit Festgottesdienst an Silvester

„Wir knüpfen aufeinander zu, wir knüpfen aneinander an, wir knüpfen miteinander, Shalom, ein Friedensnetz“, singt die Festgemeinde vergnügt am Silvesterabend. Knapp 200 Menschen waren in die Lazaruskirche gekommen, um einerseits das zu Ende gehende Jahr zu beschließen, andererseits die Wiedervereinigung der Evangelischen Lazarusgemeinde mit der Evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Ramstadt zu feiern. Nach rund fünf Jahren der Vorbereitung trat zum 1. Januar 2018 der Fusionsvertrag in Kraft. Lieber noch sprechen die Gemeinden von Wiedervereinigung: 1961 wurde die Lazarusgemeinde als eigenständige „Anstaltsgemeinde“ der Nieder-Ramstädter Diakonie mit eigener Pfarrstelle gegründet. Zuvor hatte es eine Kirchengemeinde Nieder-Ramstadt gegeben.

Die Besucherinnen und Besucher des Festgottesdienstes hatten am Eingang jeweils ein Stück Faden bekommen, das sie im Gottesdienst an das ihres Nachbarn knoteten. So entstand ein großes Netz über das ganze Kirchenschiff, das die Einheit der beiden Gemeinden symbolisieren sollte. Zuvor hatten sich Pfarrerin Claudia Allmann und Pfarrer Christoph Mohr symbolisch gegenseitig die Kirchenschlüssel übergeben. Pröpstin Karin Held verlas die Fusionsurkunde, die Kirchenvorsteher legten vor der Gemeinde ein Gelöbnis ab, sich für die Einheit der neuen inklusiven „Evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Ramstadt“ mit Gottes Hilfe einzusetzen. Den Gottesdienst gestalteten Dekan Arno Allmann in der Liturgie und der CVJM-Bläserkreis unter der Leitung von Helmut Fladda musikalisch mit. Heike Lahr-Tegel und Horst Enzmann lasen gemeinsam das Evangelium (Lk. 12, 35-40/Röm 8, 31b-39).

Als „Gemeinschaft guten Mutes“ bezeichnete die Pröpstin die neue inklusive Gemeinde in ihrer Predigt. Dieser „gute Mut“ gründe auf der Bibel. Er werde von der Gemeinde als Ausdruck deren Gesinnung und Haltung anderen für deren „Leben, Glauben und Weg durch das Jahr und durch die Zeit“ zugesprochen, ob in seelsorgerlichen Gesprächen, in Krankheit, bei Trauungen oder Taufen. Schließlich möge die Gemeinde auch „guten Mut für sich selbst haben“, so Karin Held, und Zuversicht und eine „positive Haltung für das Leben und Arbeiten“ bewahren. Dem „guten Mut“ stellte sie auch dessen Kehrseiten wie etwa Kleinmut, Wehmut, Unmut, Zumutung oder Entmutigung gegenüber, die die Gemeinde in der Kraft des guten Mutes durchstehen möge.

Rainer Steuernagel, Vorsitzender der Gemeindevertretung, überbrachte Grüße und Glückwünsche der Gemeinde Mühltal. Er nahm die Leitworte der wiedervereinigten Gemeinde - einander mutig und respektvoll begegnen und gemeinsam neue Wege gehen - auf und bezeichnete diese als „wunderbare Basis, auf der die Fusion stehen darf“. Er dankte der Kirchengemeinde für die Zusammenarbeit, die stets „von Respekt getragen“ sei und nannte als jüngste Beispiele etwa Kirchenmauer und Kita-Betriebsverträge.

Beate Braner-Möhl von der Stabsstelle Diakonie der NRD, die für den Vorstand sprach, lobte, dass durch die Fusion der beiden Gemeinden auch die „Auflösung einer Sonderwelt“ geschehe. In einer Gemeinschaft komme es auf jeden einzelnen an. Gerade die Schwachen trügen zum Gelingen bei. Die Nieder-Ramstädter Diakonie, die die Kirche übernehme, werde dazu beitragen, dass auch weiterhin „Inklusion in der Kirche“ gelebt werde.

Am Ende waren alle Besucherinnen und Besucher noch zum Sektempfang eingeladen.

Rebecca Keller

Fotos: Marin Riedel

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