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Lieber Martin

Eine Reise in das Leben von Martin Luther

Die Fledermaus Emanuel Morgenstern ist geradezu ein Martin-Luther-Experte. Schließlich hat sie ja im Turm der Stadtkirche zu Wittenberg gewohnt. Im Dialog mit der Handpuppe erzählt der Puppenspieler Detlef Heinichen die ganze Lebensgeschichte des Reformators. Vor handgemalten Kulissenbildern agiert er mit seinen Figuren, zieht gleich zu Beginn das Baby Martin bei der Geburt unter der Bettdecke heraus, was den Kindern ein erstauntes Lachen entlockt.

Das temporeiche Spiel rund um Martin Luther, dessen Eltern nicht reich waren, ihn aber zur Schule und zum Studium schickten, hält die Kinder eine Dreiviertelstunde lang in Atem. Mit vielfältigen, liebevoll ausgedachten Effekten spricht er alle Sinne seiner kleinen Zuschauer an: Per Knopfdruck löst er den Glockenklang der Stadtkirche zu Erfurt aus, mit Lichteffekten ahmt er das Gewitter nach, nach dem Martin Luther – weil er mit dem Leben davon kam – Mönch werden wollte. Mit viel Wissen über die Geschichte des Reformators fordert er die Kinder, aber überfordert sie nicht.

Er lässt den hässlichen Ablasshändler Tetzel auftreten und erklärt in einfachen Worten, was Sünde ist. „Schluss damit, so ein Quatsch“, geht Martin Luther dazwischen. „Gottes Liebe kann man nicht kaufen, sie ist ein Geschenk“, bringt er die reformatorische Botschaft auf den Punkt. Die 95 Thesen erklärt Heinichen mit „95 Gedanken“ und überlegt mit den Kindern, wie Luther diese wohl an die Kirchentür bekommen hat: „Tesafilm, Kleber, Spucke, Magnete?“ Nein, mit Hammer und Nägeln, und schon ertönt das Geräusch aus dem Off. Bevor er Kaiser und Fürsten beim Reichstag in Worms auftreten lässt, erklingt mittelalterliche Musik.

Dass Martin Luther als „Junker Jörg“ auf der Wartburg die Bibel übersetzte und dass nach der Erfindung des Buchdrucks alle die Bibel auf Deutsch lesen konnten, wird von Detlef Heinichen ebenso anschaulich vermittelt, wie der Einblick in das Familienleben Luthers. Am Ende resümiert er: „Reformation heißt Veränderung“, das habe Martin Luther mit der Kirche erreicht. „Danke, lieber Martin.“

Rebecca Keller

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