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Überraschung zum Jubiläum

Christoph Mohr ist seit 25 Jahren Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Ramstadt

Dass die Kirche für einen Gottesdienst im Sommer ungewöhnlich voll ist, kam Christoph Mohr schon merkwürdig vor. Als er bei seinem regulären Gottesdienst am 24. Juli dann nach und nach immer mehr bekannte Gesichter erkannte - frühere Pfarrkollegen und Vikarin, Bürgermeisterin, Präses – brachte er sein Erstaunen darüber in seiner Begrüßung zum Ausdruck.

Auch von der Kanzel aus erblickte er immer wieder neue Gesichter, hielt einen Moment inne, unterbrach die Predigt und begrüßte schmunzelnd namentlich immer wieder einzelne Gäste. Ansonsten lief der Gottesdienst wie gewohnt ab. Nach der Predigt stoppte Petra Riedel, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, jedoch überraschend das beginnende Vorspiel zum nächsten Lied von Organist Ludwig Bornheimer: „Sehr schön, aber später.“ Sie lüftete in einer kleinen Ansprache das Geheimnis: Weil die Kirchengemeinde in diesem Sommer „Silberhochzeit mit ihrem Pfarrer feiert“, wollte man ihn in seinem eigenen Gottesdienst überraschen. Am 1. August ist Christoph Mohr 25 Jahre lang Pfarrer in Nieder-Ramstadt. Der Einführungsgottesdienst war am 11. August 1991. Und in der Tat: Er hatte nichts geahnt, auch nicht seine Frau Sibylle, die die Freudentränen kaum zurückhalten konnte, als sie von Petra Riedel nach vorn neben ihren Mann geholt und mit einem Blumenstrauß beschenkt wurde.

Frühere Kollegen wie Pfarrer Thomas Kluck, die frühere Vikarin Marion Mühlmeier, der Gemeindepädagoge Harry Voß oder der ehemalige Traisaer Pfarrer Andreas Klein wurden heimlich eingeladen, ebenso wie Bürgermeisterin Astrid Mannes, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Rainer Steuernagel, Präses Hans-Dieter Hauptmann und viele mehr. Auch die drei Kinder, Lena, Michael und Manuel, Mutter und Schwiegermutter sowie weitere Familienmitglieder waren gekommen.

Petra Riedel würdigte Christoph Mohr für sein außergewöhnliches Engagement für seine Gemeinde: „Immer für andere da – oft ein bisschen viel für einen allein“. Er sei immer ein Segen für die Gemeinde gewesen und sei es bis heute in seinem Tun, wie er sein Pfarrersein lebe, immer dem Menschen ihm gegenüber zugewandt. Ein Spontanchor unter der Leitung von Heike Lahr-Tegel sang das bewegende Segenslied „Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein“, begleitet von Viola Kirstein am Klavier. Anschließend segneten Pfarrerin Simone Kistinger, Pfarrer Andreas Klein, Präses Hans-Dieter Hauptmann und Pfarrerin Marion Mühlmeier das Ehepaar Mohr. In den Fürbitten wirkten noch Tochter Lena Mohr, Kita-Leiterin Hilde Pieper sowie der frühere Gemeindepädagoge in Nieder-Ramstadt und „Schlunz“-Autor Harry Voß mit.

Am Schluss zeigte sich Christoph Mohr überwältigt von so vielen Überraschungsmomenten und so viel Ehre. Gemeinsam mit seiner Frau Sibylle zog er unter dem Beifall der Gemeinde aus. Am Gemeindehaus empfing der CVJM-Bläserkreis unter der Leitung von Helmut Fladda den Jubilaren mit mehreren Ständchen, bevor die Gäste zu einem Empfang hineingebeten wurden.

Heike Lahr-Tegel, Petra Riedel, Katja Erlhof und Rebecca Keller eröffneten das Programm mit kleinen Anekdoten von Begegnungen mit Christoph Mohr. Musikalisch untermalte das Flötenensemble „Duett & more“ den Empfang. Viele Redner schlossen sich an. Bürgermeisterin Astrid Mannes unterstrich, dass Christoph Mohr ein Segen für die Kirchengemeinde, aber auch für die bürgerliche Gemeinde sei. Auch in schwierigeren Verhandlungen gingen von ihm stets gute Worte und immer eine ausgestreckte Hand aus. Als „nahe bei den Menschen“ beschrieb ihn auch Rainer Steuernagel. Dieser erinnerte zudem an große Bauprojekte, die Christoph Mohr in seiner Dienstzeit mitverantwortet hat: Gemeindehaus-Umbau, Kita-Umbau, Kirchhofmauer, Elfengrund und jetzt Kirchensanierung. Christoph Mohrs Verlässlichkeit hob Kollege Markus Sauerwein aus Traisa hervor, seine Freundlichkeit Pastor Christian Emde von der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Pfarrer Hendrick Jolie zeigte sich dankbar für seinen Pfarrkollegen, mit dem er seit 19 Jahren in Nieder-Ramstadt gern zusammenarbeite. Christoph Mohrs frühere Vikarin Marion Mühlmeier dankte ihrem früheren Lehrpfarrer für alles, was sie von ihm gelernt habe. Nur nicht den Umgang mit der Zeit – daher schenkte sie ihm eine Sanduhr, die nach oben fließt – ein Symbol dafür, dass Christen zum Himmel hin ausgerichtet seien. Pfarrerin Simone Kistinger dankte ihrem Kollegen für die gute Zusammenarbeit und, dass er geblieben sei. Sie hob hervor, dass er ihr Vorbild sei, indem er immer und überall Gottes Wort verkünde: „Keine Sitzung, keine Besprechung, kein Konfi-Unterricht, kein Ausflug ohne Andacht “. Ein Gebet und ein Segen gehörten für ihn immer dazu – „was für eine Kraftquelle!“

Auch Präses Hans-Dieter Hauptmann, Missionarin und früheres Kirchenvorstandsmitglied Elisabeth Bredow, Dirk Hermann-Dirks und Arndt Holzapfel von der Lazarusgemeinde sowie Bildungsreferent Ingo Mörl, der den Thomaskreis in der Kirchengemeinde mitinitiiert hat und leitet, würdigten Christoph Mohr. Zwischen den Redebeiträgen zeigten Heike Lahr-Tegel und Petra Riedel Bilder von Christoph Mohr aus 25 Jahren, die Klaus Krietenstein und Angelika Alexander zur Verfügung gestellt hatten. Jugendliche übernahmen unter der Leitung von Gemeindepädagogin Debora Schabel die Bewirtung. Kirchenvorsteher und Gäste hatten ein „Bring & Share“-Büfett arrangiert.

Zum Abschluss sang die Festgemeinde noch ein von Katja Erlhof umgedichtetes Lied auf die Melodie von „Dass Dein Wort in meinem Herzen starke Wurzeln schlägt“, bevor das Geschenk der Gemeinde – es wurde Geld für einen Reisegutschein gesammelt – überreicht wurde.

Rebecca Keller 

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