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Ziele und Leitlinien

Anmerkung: Die Ausführungen sind der Druckschrift "Konzeption der Evangelischen Kindertagesstätte Nieder-Ramstadt" entnommen, die Sie hier in vollständigem Umfang einsehen oder auch herunterladen können.

Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich am Situationsansatz. Dabei berücksichtigen wir sowohl die gesetzlichen Rahmenbedingungen als auch die verschiedenen Bildungsbereiche sowie unser religionspädagogisches Profil.

Wir sehen Kinder als Individuen mit eigenen Rechten, die sich durch ihre eigene Aktivität weiterentwickeln. Wir Erwachsenen unterstützen sie dabei, indem wir ihnen ein Umfeld schaffen, das zur weiteren Entwicklung immer wieder aufs Neue anregt. Dazu gehören:

  • eine interessante, ansprechende und reizvolle Gestaltung des Hauses und des Außengeländes, die zum Entdecken und Experimentieren einlädt,
  • herausfordernde Angebote und Projekte im Alltag wie das Musizieren oder das Arbeiten in der Werkstatt,
  • und das tägliche Zusammenleben von Menschen, die ganz unterschiedlich sind.

Jedes Kind ist willkommen. Wir arbeiten bewusst altersübergreifend, inklusiv und interkulturell, damit es möglich wird, die Unterschiede zwischen den Menschen kennen zu lernen, Neugierde und Verständnis zu entwickeln. Wir vertrauen darauf, dass die Kinder voneinander lernen. Und auch wir Erzieherinnen verstehen uns als Lehrende und Lernende zugleich.

Aufgreifen von alltäglichen Themen und Situationen

Im täglichen Miteinander der Kinder in den Familien, der Kindertagesstätte und der Gesellschaft entstehen Situationen, die von uns aufgegriffen werden, weil sie die Kinder aktuell beschäftigen. Wir befassen uns gemeinsam mit Themen, die aus realen Lebenssituationen stammen (denn hier lernt man am Besten) und die den Bedürfnissen und Interessen der Kinder entsprechen. Dabei beteiligen wir die Kinder jeweils nach ihren Fähigkeiten, planen mit ihnen das Vorgehen und beziehen sie auf diese Weise aktiv in die Gestaltung des Tagesablaufs mit ein.

Welche Themen gerade wichtig sind, erfahren wir durch Beobachtungen oder gemeinsam im Gespräch mit den Kindern, Kolleginnen und den Eltern. Durch die Auseinandersetzung mit bestimmten Lebenssituationen erfahren Kinder, dass sie Einfluss nehmen können auf das Geschehen in ihrem Leben.

Was hier im kleinen Rahmen erlernt wird (Wie muss ich/ müssen wir vorgehen? Was muss getan werden? Wie organisieren wir das? Wo bekomme ich die Informationen, die ich brauche?), ist wichtig, wenn man etwas selbstständig erreichen bzw. verändern will. Es lässt sich ins spätere Leben übertragen und bringt auf diese Weise große Lernchancen in wichtigen Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung mit sich.

So üben die Kinder

  • mit sich selbst klar zu kommen (Ich-Kompetenz)
  • mit Sachen klar zu kommen und damit umzugehen (Sach-Kompetenz)
  • mit anderen beteiligten Personen zurecht zu kommen (Sozial-Kompetenz)

Werte und Normen

Den Sinn von Werten und Normen erfahren Kinder im täglichen Miteinander. Sie erleben, warum etwas auf die eine oder andere Art gemacht wird. Dabei soll aber immer die Überprüfung vorhandener Regeln möglich sein. Das hilft, sie zu verstehen oder über ihre Veränderung nachzudenken.

Prozesshafte Planung

Wir vertrauen darauf, dass die Kinder voneinander lernen. Wir ErzieherInnen verstehen uns als Lehrende und Lernende zugleich Unsere pädagogische Arbeit beruht auf einer prozesshaften Planung und wird fortlaufend dokumentiert. Sie ist flexibel und geht auf die Bedürfnisse der beteiligten Kinder und Erwachsenen ein. Dabei sind die Eltern unsere Partner, die viel Erfahrung im Umgang mit ihren Kindern mitbringen. Sie sind deshalb eingeladen, sich am Geschehen in unserer Kindertagesstätte zu beteiligen und sich mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten einzubringen. Genauso wichtig sind uns die Kontakte zu anderen Personen außerhalb der Kindertagesstätte, zu den Institutionen am Ort, zur kommunalen wie der kirchlichen Gemeinde. Feste im Kirchenjahr schließt der Situationsansatz nicht aus, im Gegenteil, sie sind ein wichtiger Bestandteil.

Das Recht auf Beteiligung - Partizipation

Kinder sollen sich zu selbständigen und verantwortungsbewussten Menschen entwickeln, die in der Lage sind, ihre Bedürfnisse zu äußern, mit denen anderer abzugleichen und hernach verantwortungsvoll zu handeln. Dies setzt den Erwerb von emotionalen und sozialen Kompetenzen einerseits und demokratischen Kompetenzen andererseits voraus.

Im geschützten Umfeld unserer Kindertagesstätte wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, ihren Lebensalltag und sie betreffende Entscheidungsprozesse entsprechend ihres jeweiligen Entwicklungsstandes aktiv mitzugestalten. Sie sagen ihre Meinung, äußern ihre Wünsche, fragen nach Gründen, widersprechen und bringen eigene Argumente vor.

Dadurch wollen wir erreichen,

  • dass Kinder sich als Handelnde erleben können, die Maßstäbe setzen und Einfluss nehmen (Selbstwirksamkeit),
  • dass Kinder erfahren, welche Wirkung ihr Handeln hat und dass sie dieses gegebenenfalls überdenken,  dass Kinder ihren Alltag aktiv gestalten können,
  • dass Kinder sich als Initiatoren erfahren können; das heißt auch, dass sie erleben, wie sich andere Menschen auf ihre Vorschläge und Ideen beziehen,
  • dass Kinder in der Partizipation und im Dialog Zuversicht und Mut erleben, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, zu äußern und ihnen nachzugehen,
  • dass Kinder Ansprüche ausdrücken, ihre Meinung öffentlich vertreten, Rechte und Beachtung einfordern können,
  • dass Kinder Partizipation auch als Verantwortung erleben, die sich erst mit der Möglichkeit zur Mitbestimmung entwickelt,
  • dass Kinder lernen, sich einer Mehrheitsentscheidung unterzuordnen, und dass eigene Interessen nicht immer zum Zuge kommen können (Akzeptanz & Frustrationstoleranz). 
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